Swiss League vor grosser Reform – wird sie zur «National League II»?
von belmedia Redaktion -schweizweit Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Swiss League swisshockey.ch Themen Verbreitung Vereine
Im Schweizer Eishockey zeichnet sich eine weitreichende Reform ab: Die wirtschaftlich seit Jahren unter Druck stehende Swiss League könnte künftig unter das Dach der National League wechseln und als «National League II» neu positioniert werden. Die beiden höchsten Spielklassen würden damit gemeinsam geführt und vermarktet. Beschlossen ist die Neuordnung allerdings noch nicht.
Die Idee könnte eines der grössten Strukturprobleme des Schweizer Club-Eishockeys angehen. Während die National League wirtschaftlich stark aufgestellt ist, kämpfen zahlreiche Clubs der zweithöchsten Liga seit Jahren mit begrenzten Einnahmen, geringer medialer Präsenz und schwierigen Perspektiven.
Nach einem Bericht von Watson gewinnt nun ein Modell an Konturen, das Profi- und Amateurhockey klarer voneinander trennen würde.
Swiss League könnte unter National League wechseln
Im Zentrum steht die Idee, die Swiss League organisatorisch aus der heutigen Verbandsstruktur herauszulösen und gemeinsam mit der National League zu führen. Die beiden Profiligen könnten dadurch bei Vermarktung, Medienrechten und strategischen Entscheidungen enger zusammenarbeiten.
Ein sichtbarer Bestandteil des Neustarts wäre auch ein neuer Name. Aus der Swiss League könnte die «National League II» werden.
Damit würde gleichzeitig wieder stärker signalisiert, dass die zweithöchste Spielklasse Teil des professionellen Schweizer Eishockeys ist und unmittelbar unterhalb der National League steht.
Mehr Fernsehen und bessere Vermarktung
Einer der wichtigsten Vorteile einer gemeinsamen Struktur wäre eine deutlich stärkere mediale Präsenz. Vorgesehen sein könnte eine einheitliche professionelle TV-Produktion der Spiele.
Die heutige Situation ist für die Clubs schwierig. Viele Begegnungen werden mit unterschiedlichen technischen und finanziellen Möglichkeiten produziert. Eine gemeinsame Lösung könnte Qualität und Sichtbarkeit erhöhen und damit auch die Suche nach Sponsoren erleichtern.
Ausgewählte Spiele könnten über MySports sowie frei empfangbare Sender verbreitet werden. Gerade für die kleineren Clubs wäre eine regelmässigere TV-Präsenz wirtschaftlich von grosser Bedeutung.
Auf- und Abstieg könnte wieder wichtiger werden
Langfristig könnte die Reform auch Auswirkungen auf die Verbindung zwischen den beiden höchsten Ligen haben. Sind National League und Swiss League organisatorisch unter einem Dach, könnten die Clubs Auf- und Abstiegsregeln einfacher gemeinsam festlegen.
Im Raum stehen Möglichkeiten wie ein direkter Auf- und Abstieg oder eine Auf-/Abstiegsrunde. Damit könnte die sportliche Durchlässigkeit zwischen den beiden Profiligen wieder grösser werden.
Die Swiss League hatte in den vergangenen Jahren mehrere Clubs verloren. Unter anderem zogen sich Winterthur, Langenthal, Martigny und die EVZ Academy aus der zweithöchsten Liga zurück. Die wirtschaftliche Stabilisierung gehört deshalb zu den dringendsten Aufgaben des Schweizer Eishockeys.
U23-Liga könnte dafür vom Tisch sein
Interessant ist auch eine mögliche Gegenleistung der National League. Sollte die Swiss League unter ihr Dach wechseln, könnte die National League auf die geplante eigene U23-Liga verzichten.
Eine solche Nachwuchsliga hatte bei Swiss-League-Clubs Sorgen ausgelöst, weil dadurch zahlreiche junge Spieler für die zweithöchste Liga verloren gehen könnten.
Die Diskussion fällt in eine Phase des personellen Umbruchs an der Verbandsspitze. Mit dem früheren SCB-Chef Marc Lüthi hat das Schweizer Eishockey seit Ende August einen neuen Verbandspräsidenten. National League und Swiss League hatten seine Kandidatur gemeinsam unterstützt.
Noch keine beschlossene Reform
Wichtig bleibt: Eine «National League II» ist derzeit noch kein definitiv beschlossenes Projekt. Es handelt sich um eine sich abzeichnende mögliche Lösung für die strukturellen Probleme der Swiss League.
Sollte sie umgesetzt werden, wäre der Schritt jedoch weit mehr als eine reine Namensänderung. Gemeinsame Führung, professionelle TV-Produktion, stärkere Vermarktung und möglicherweise neue Auf- und Abstiegsregeln könnten die zweithöchste Spielklasse grundlegend verändern.
Für die Swiss League wäre es der Versuch, nach schwierigen Jahren wieder eine klare und langfristig tragfähige Rolle im Schweizer Profihockey zu erhalten.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert